Was ist eigentlich geworden aus … „Bücher statt Beton“?

„Bücher statt Beton – das Geld gehört in die Uni und nicht in den Beton“ ist eine Facebook-Gemeinschaftsseite, die im Januar 2011 auftauchte und zusätzlich mit Flyern beworben wurde. Die Seite existiert noch und gefällt momentan 219 Personen (Stand: 20.4.2011), das Projekt wurde mittlerweile jedoch in „Bücher ohne Grenzen Unibib 2012″ umbenannt.

In einer Meldung auf ihrer Seite forderten die (unbekannten) Initiator_innen der Aktion im Januar 2011 bessere Lernbedingungen in der Unibibliothek und sprachen sich zu deren Finanzierung gegen den Ausbau der Großen Scharrnstraße zur Studierendenstraße aus. Es wurde behauptet, dass sich viele Initiativen und Gremien gegen einen Umzug in die Studierendenstraße ausgesprochen hätten. Fakt war zu diesen Zeitpunkt jedoch, dass es kaum Informationen über den Stand der Projektidee gab und die meisten Initiativen nicht über das Projekt bescheid wussten und sich deswegen nicht oder nur zögerlich dazu äußern konnten. Weiterhin wurde behauptet, dass der AStA aus seinen Räumlichkeiten in der Paul-Feldner-Straße ausziehen (und in die Studistraße umziehen) würde, obwohl keinerlei Notwendigkeit“ dafür bestehe. Allerdings möchte das Studentenwerk seine Räume, die es dem AStA derzeit noch zur Verfügung stellt, nun gern selbst für eine Erweiterung des Bafög-Amts nutzen. Ein baldiger Umzug wohin auch immer ist also dringend notwendig. Für den Umzug und die Ersteinrichtung der Räumlichkeiten in der Studierendenstraße müssten, laut Bücher statt Beton“, 56.600 € im Haushalt der Studierendenschaft eingestellt werden. Nach dem Gewinn des mit 10.000 € dotierten Bürgerpreises für die Projektidee zur Studierendenstraße ist in der letzten Fassung des Haushalts jedoch nur noch ein Fond über 40.000 € aus Studierendengeldern (= ein Betrag, den jede_r Studierende mit dem Semesterbeitrag zahlt; derzeit 14,80 €) vorgesehen.

Sinn des ganzen Studistraßen-Bashings war die Forderung, die angeblichen 56.600 € lieber in die Erweiterung der Öffnungszeiten, des Lehrbuchbestandes sowie der Ausleihbedingungen der Unibib zu stecken. So begrüßenswert es auch wäre, die Unibibliothek den Bedürfnissen aller Studierenden anzupassen so falsch ist der Weg dies mit Studierendengeldern zu tun! Möchten wir wirklich freiwillig Studiengebühren zahlen? Denn wenn von Beiträgen der Studierenden Bücher gekauft und Mitarbeiter_innen eingestellt werden, sind das versteckte Studiengebühren. Außerdem senden wir als Studierendenschaft ein vollkommen falsches Signal an Unileitung und Landespolitik: Wenn die Studierenden anfangen, mit ihrem Geld die Lehre zu verbessern warum sollten sie dann mehr Geld für Bildung ausgeben?

Trotz aller Bedenken wurde die Finanzierung von längeren Öffnungszeiten und der Kauf von Büchern für das laufende Haushaltsjahr 2010/2011 in geistiger (und tatsächlicher) Umnachtung vom Studierendenparlament (StuPa) am 25. Januar 2011 um 03:40 Uhr beschlossen. Dieser Beschluss wurde von der Rechtsaufsicht der Universität kritisiert und am 11. April 2011 auf der 16. StuPa-Sitzung revidiert.

Bücher ohne Grenzen“, die Nachfolgegruppierung von Bücher statt Beton“, stellt die gleichen Forderungen die Bibliothek betreffend, verzichtet aber auf polemische Äußerungen zur Studierendenstraße. Diese Seite gefällt momentan 18 Personen (Stand: 20.4.2011).

Ulrike Polley (Mitglied der GHG für die AStA-Pronto)